Rückblick Raesfelder KI-Tage
Digitale Sichtbarkeit in Zeiten von KI
Veröffentlicht am 15.06.2026
KI-Snack von Inga:
Throwback Raesfelder KI-Tage
Letzten Monat durfte ich im Rahmen der Raesfelder KI-Tage des MedienNetzwerks Handwerk einen Praxis-Workshop zum Thema KI im Marketing gestalten. Dabei ging es nicht nur um neue Tools, ausgefeilte Marketing-Prompts und Möglichkeiten, sondern vor allem um die Frage, wie Unternehmen KI sinnvoll einsetzen können, ohne dabei ihre Persönlichkeit und Authentizität zu verlieren.
Anhand verschiedener Praxisbeispiele haben wir gemeinsam betrachtet, wo KI heute bereits einen echten Mehrwert schafft, Prozesse beschleunigt und Teams entlastet – aber auch, wo ihre Grenzen liegen. Besonders spannend fand ich die Diskussion rund um die Qualität von Inhalten. Denn eigentlich war sich die Gruppe bei einem Punkt schnell einig:
Ob ein Inhalt mit oder ohne KI erstellt wurde, ist gar nicht so entscheidend.
Entscheidend ist vielmehr, ob der Inhalt bewegt, berührt, informiert oder einen echten Mehrwert liefert. Genau hier zeigt sich aktuell aber auch eine der größten Herausforderungen. Rein KI-generierte Inhalte sind häufig gut strukturiert und sprachlich sauber. Was ihnen oft fehlt, sind persönliche Erfahrungen, echte Geschichten, individuelle Perspektiven und emotionaler Tiefgang.
Spannend ist, dass sich diese Beobachtung auch in den Qualitätskriterien von Google und modernen KI-Systemen widerspiegelt. Google bewertet Inhalte nicht danach, ob sie mit KI erstellt wurden oder nicht. Entscheidend ist die Qualität. Gleiches gilt zunehmend für Systeme wie ChatGPT, Gemini oder Perplexity.
Gefragt sind Inhalte, die Expertise, Erfahrung, Vertrauen und echten Mehrwert vermitteln.
Ein weiterer Schwerpunkt des Workshops war daher die Frage, welche Qualitätskriterien Inhalte künftig erfüllen müssen, um nicht nur bei Google sichtbar zu bleiben, sondern auch von KI-Systemen als relevante Quelle berücksichtigt zu werden.
Dabei haben wir intensiv mit meinem WERTE EEE-Framework gearbeitet:
Wissen. Echtheit. Rhythmus. Tiefe. Expertise.
Ergänzt um die drei E:
Exzellenz. Emotion. Entertainment.
Ein besonders spannender Austausch entstand rund um genau dieses Thema. Denn an Fachwissen mangelt es im Handwerk ganz sicher nicht. Die eigentliche Kunst besteht häufig darin, dieses Wissen so zu vermitteln, dass Menschen gerne zuhören, weiterlesen oder sich den Inhalt tatsächlich merken. Ein gutes Praxisbeispiel, eine persönliche Erfahrung oder ein kleines Augenzwinkern wirken oft stärker als die zehnte perfekt formulierte Fachbeschreibung.
Genau deshalb wird menschlicher Input in Zeiten von KI nicht weniger wichtig – sondern oft sogar wichtiger. Denn Wissen wird durch KI immer leichter verfügbar. Persönlichkeit, Haltung, Erfahrungen und echte Geschichten bleiben dagegen unverwechselbar.
Ebenso diskutiert haben wir meinen Ansatz der 70-30-Regel:
70 Prozent menschlicher Input.
30 Prozent KI-Unterstützung.
KI ist für mich ein unverzichtbarer Effizienz-Booster. Sie unterstützt bei Recherche, Analyse, Strukturierung, Ideenfindung und Optimierung. Für die vollständig autonome Erstellung von Inhalten sehe ich sie aktuell jedoch nicht. Die besten Ergebnisse entstehen dort, wo menschliche Expertise und KI intelligent zusammenspielen.
Ein weiterer Schwerpunkt war das Thema Content Automation.
Denn zwischen „alles manuell erstellen“ und „vollautonome KI-Agenten übernehmen das Marketing“ gibt es einen sehr spannenden Mittelweg. Im Workshop habe ich einen praxisnahen Workflow vorgestellt, der mir bereits heute enorme Zeitersparnisse ermöglicht aber gleichzeitig behalte ich die volle Kontrolle über meine Inhalte. Aus einem fachlich geprüften Mastertext – beispielsweise einem Newsbeitrag, Fachartikel oder Blogbeitrag – werden mithilfe von KI automatisiert Entwürfe für verschiedene Kanäle erstellt. Die Inhalte werden dabei individuell für LinkedIn, Facebook oder andere Plattformen aufbereitet.
Der entscheidende Unterschied:
Die Inhalte werden nicht ungeprüft veröffentlicht. Stattdessen erfolgt zunächst eine menschliche Prüfung und Freigabe. Erst danach werden die Beiträge automatisiert über Tools wie Metricool veröffentlicht.
Für mich ist das aktuell einer der sinnvollsten Ansätze im Content-Marketing. Nicht maximale Automatisierung um jeden Preis, sondern intelligente Automatisierung mit menschlicher Kontrolle. Gerade im Vergleich zu autonomen Agentensystemen bietet dieser Ansatz deutlich mehr Transparenz, bessere Qualitätskontrolle und die Möglichkeit, Inhalte an die eigene Tonalität und Zielgruppe anzupassen.
Die Reaktionen auf diesen Workflow waren entsprechend positiv – weshalb wir das Thema im geplanten Folgetermin noch einmal deutlich vertiefen werden.
Zum Abschluss gab es außerdem Einblicke in meinen Analyse-Prompt sowie den Mega-Prompt zur Content-Erstellung nach dem WERTE EEE-Framework und dem Impuls daraus einen eigenen Custom GPT zu bauen. Auch hier wurde die Zeit leider etwas knapp. Umso mehr freue ich mich darauf, die Themen gemeinsam weiterzuentwickeln und noch tiefer in die praktische Umsetzung einzusteigen.
Ein herzliches Dankeschön an alle Teilnehmenden für den offenen Austausch, die interessanten Fragen und die angenehme Atmosphäre. Es war eine wirklich tolle Gruppe mit großem Interesse an den Chancen, aber auch den Herausforderungen von KI.
Und natürlich auch an die Akademie des Handwerks Schloss Raesfeld. Die Kombination aus historischem Schlossambiente, moderner Lernumgebung und inspirierendem Umfeld macht diesen Ort wirklich besonders.