OpenClaw: Der neue KI-Superstar

Genialer Helfer oder digitales Trojanisches Pferd?

Veröffentlicht am 16.02.2026

OpenClaw: Produktivitäts-Booster oder Hacker-Paradies?


Es passiert selten, dass die Tech-Welt kollektiv den Atem anhält, aber aktuell schießen die GitHub-Stars für ein Projekt namens OpenClaw (vielen noch als Moltbot bekannt) schneller in die Höhe als Raketen bei SpaceX. 2 Millionen Besucher in einer Woche, fast 200.000 GitHub-Stars – das ist kein normaler Hype mehr.


Was steckt genau dahinter? Wir haben einen gründlichen Blick hinter die Fassaden geworfen.


Was ist OpenClaw eigentlich?


OpenClaw ist ein quelloffenes Agenten-System. Oder anders gesagt: Eine KI, die nicht nur antwortet – sondern handelt.

„The AI that actually does things“ trifft es ziemlich gut.

Das System läuft lokal auf deinem Rechner und führt eigenständig Aufgaben aus, die du per Chat steuerst. Es ist im Prinzip ein digitaler Assistent mit Zugriff auf Tools, Browser, Dateien – und je nach Konfiguration sogar auf dein komplettes System.


Wenn man sich anschaut, was OpenClaw laut den Entwicklern alles können soll, klingt das erstmal vielversprechend:
 

  • Blogbeiträge direkt in WordPress veröffentlichen
  • Als smarter KI-SEO-Agent die Rankings pushenÜber Messaging-Apps wie Telegram kommunizieren
  • KI-Avatar-Videos und Animationen erstellen
  • Eure Stimme klonen für Sprachnotizen
  • Lokal mit Ollama hosten
  • Flüge buchen
  • Termine organisieren, Protokolle erstellen, u.v.m.

Das ist nicht mehr nur „Text schreiben“. Das ist ein operativer KI-Agent, der aktiv in deine Workflows eingreift. 

 

Für Content-Creator bedeutet das:

Recherche → Blog → Veröffentlichung → Social Posts – alles automatisiert.

 

Für Unternehmen z.B:

Marketing, SEO, Kommunikation, Terminorganisation, interne Prozesse.


Das ist nicht weniger als ein potenzieller Produktivitäts-Turbo.

 

Klingt vielversprechend: Wo ist der Haken?


Hier kommt der weniger glamouröse Teil.

OpenClaw kann – wenn es falsch konfiguriert ist –:

  • Shell-Befehle ausführen
  • Dateien lesen und schreiben
  • Skripte starten
  • API-Keys nutzen
  • Automatisiert auf Webinhalte reagieren

Das bedeutet:


Wenn du unvorsichtig bist oder einen manipulierten „Skill“ installierst, kann das sehr schnell problematisch werden.


Sicherheitsanalysen sprechen von:

  • Klartext-API-Keys im Dateisystem
  • Öffentlich erreichbaren Instanzen ohne Passwort
  • Exponierten Logs mit sensiblen Daten
  • Prompt-Injection-Angriffen
  • Manipulierten Community-Repositories

Teilweise wurden Dutzende Sicherheitsprobleme in Skills gefunden. Es gab dokumentierte Remote-Code-Execution-Schwachstellen, kompromittierte Pakete und reale Datenleaks bei ungeschützten Installationen.

Einige Experten nennen schlecht abgesicherte Instanzen ein „Hacker-Paradies“.

Das ist dann doch eher die Kehrseite von maximaler Freiheit. Und kann mehr Probleme verursachen, als dass du am Ende Zeit gespart hast.

 

Warum ich aktuell (noch) die Finger davon lasse

 

Ganz unter uns: Ich würde OpenClaw aktuell nicht einmal in die Nähe meines Hauptrechners lassen. Wer besonders risikofreudig ist und zusehen möchte, wie sein Konto leergeräumt wird oder sensible Passwörter im Klartext im Internet landen – bitteschön! Ich persönlich lege größten Wert auf Datensicherheit. Das Risiko von Prompt Injection (also bösartigen versteckten Befehlen) ist ein ungelöstes Problem. Da reicht eine manipulierte E-Mail, die der Agent liest, und schon plaudert er eure API-Keys aus.

Wenn wir es testen, dann:

  • Auf isolierter Hardware
  • Kein Zugriff auf sensible Daten
  • Keine offenen Ports
  • Strenge Tool-Whitelists
  • Manuelle Freigabe kritischer Aktionen

Und nur mit unkritischen Workflows.

 

Der eigentliche Knackpunkt: Menschliche Kontrolle


Was mich fast noch mehr beschäftigt als die Sicherheitsfrage, ist die Kontrollfrage. Würde ich z.B. einen Blogartikel vollständig autonom veröffentlichen lassen?

Nein.

Ich bin überzeugt: Die beste Qualität entsteht, wenn Mensch und KI zusammenarbeiten.

Agenten sind großartig für:

  • Zeitfresser
  • Strukturarbeit
  • Automatisierbare Routineprozesse

Aber Denken abgeben? Das halte ich für gefährlich. Unser Denken macht uns einzigartig und ist unser Wettbewerbsvorteil. Wenn wir das delegieren, verlieren wir langfristig mehr, als wir gewinnen.

 

Arbeitsmarkt & Verantwortung


Dass solche Systeme Jobs verändern werden, ist offensichtlich. Wiederkehrende Aufgaben sind prädestiniert für autonome Agenten. SEO-Routinen, Content-Distribution, Terminorganisation – alles automatisierbar.

Die entscheidende Frage wird sein:

  • Wie viel Kontrolle geben wir ab?
  • Wie viel Wissen teilen wir mit diesen Systemen?

Denn am Ende haben diese Agenten Zugriff auf unsere Daten. Und Daten sind Macht.

Cybersecurity und Datenschutz werden bei Agentensystemen keine Nebenschauplätze sein – sie werden zum zentralen Faktor.


Mein persönliches Fazit


OpenClaw ist technologisch beeindruckend. Community-getrieben. Radikal offen. Und ein klarer Vorbote dessen, was kommen wird.

Solche Agentensysteme werden in einigen Jahren vermutlich Normalität sein.

Aber Stand heute?

Für den breiten Einsatz – insbesondere außerhalb von erfahrenen Tech-Umgebungen – sehe ich noch erhebliche Risiken. Wenn man sich die Sicherheitsberichte und Analysen anschaut, wird einem durchaus etwas mulmig.


Deshalb mein Standpunkt:


Beobachten? Unbedingt.

Testen? Ja – aber kontrolliert.

Blind produktiv einsetzen? Aktuell nein.


Zum Schluss noch eine allgemeine Reflektion zum Thema KI und autonome Agenten.


Werden solche Agenten Teil unseres Alltags?


Ich glaube ehrlich gesagt: Ja.

Das wird sich kaum vermeiden lassen.

So wie wir uns an Smartphones, Cloud-Tools und Sprachassistenten gewöhnt haben, werden auch autonome KI-Agenten schleichend in unseren Alltag einziehen. Erst als Spielerei. Dann als Produktivitätstool. Und irgendwann als Selbstverständlichkeit.

Die spannendere Frage ist nicht ob sie kommen. Sondern: Wie viel Kontrolle geben wir ab?

Denn hier geht es um mehr als um ein neues Tool. Diese Systeme greifen auf unsere Daten zu. Auf E-Mails, Dokumente, Kalender, Kommunikationsverläufe. Sie organisieren, priorisieren, entscheiden – teilweise autonom.


Und damit stehen wir vor einer echten Grundsatzfrage: Wie viel Wissen wollen wir mit einem solchen Agenten teilen? Wie abhängig wollen wir von ihm werden?


Im schlimmsten Fall wird nicht nur ein Account gehackt – sondern unser digitales Leben. Wenn ein Agent tief genug integriert ist, kennt er unsere Kontakte, Projekte, Gewohnheiten, Zahlungsströme. Er weiß, wie wir denken und arbeiten. Das ist Komfort auf einem völlig neuen Level. Aber Komfort hat immer einen Preis.

Wir gewinnen Effizienz, Geschwindigkeit, Automatisierung. Wir riskieren Abhängigkeit, Kontrollverlust und neue Angriffsflächen.

Das ist im Kern eine Freiheitsfrage. Freiheit bedeutet, Dinge delegieren zu können. Aber echte Freiheit bedeutet auch, die Kontrolle nicht vollständig zu verlieren.


Deshalb glaube ich:


Die Verantwortung bleibt immer beim Menschen.


Agenten können uns enorm entlasten. Sie können repetitive Aufgaben übernehmen, Prozesse beschleunigen und Raum für kreative Arbeit schaffen. Aber sie sollten niemals unser Denken ersetzen oder unkontrolliert Entscheidungen treffen, die langfristige Auswirkungen haben.

Die entscheidende Kompetenz der Zukunft wird nicht sein, alles selbst zu machen. Sondern zu wissen, was man delegiert – und was nicht.


Es bleibt spannend. Technologisch stehen wir erst am Anfang. Gesellschaftlich vermutlich auch.


Und genau deshalb sollten wir nicht nur fragen:

„Was kann das System?“

Sondern vor allem:

„Was bin ich bereit, ihm anzuvertrauen?“

 

Beitrag nach umfassender Recherche verfasst. Mit freundlicher Unterstützung von Perplexity und Chat GPT und Gemini (nur für Recherche). Strengstens redaktionell geprüft. Alle Verlinkungen findet ihr hier.

Quellen: