Inhalte schützen
Das kannst du tun
Veröffentlicht am 03.03.2026
KI SNACK VON INGA
DAS KANNST DU TUN, UM DEINE INHALTE ZU SCHÜTZEN
Intro: Generative KI – ein Segen für alle?
Ich würde sagen nein, besonders wenn es um Urheberrechtsverletzungen geht. KI wird nämlich nicht nur mit eigenen Daten trainiert. KI wird auch mit Werken trainiert, die andere geschaffen haben. Mit Artikeln, Büchern, Reportagen, Analysen, Fachbeiträgen und redaktionellen Inhalten. Also mit geistigem Eigentum von Urhebern, Verlagen, Publishern und Autoren, die dafür weder automatisch gefragt noch fair beteiligt werden.
Also definitiv kein Segen für Urheber, deren Inhalte ohne klare Zustimmung für das Training von KI-Systemen genutzt werden. Dass es dazu inzwischen Klagen und Sammelklagen gibt, überrascht mich deshalb kaum. Im Kern geht es darum, dass urheberrechtlich geschützte Inhalte nicht einfach als Trainingsgrundlage verwendet werden können, zumindest nicht ohne Einverständnis der Urheber oder eine entsprechende Beteiligung. Aktuell fehlt es hier noch an klaren, einheitlichen Regelungen. Gerade deshalb wird zunehmend gefordert, verbindliche Rahmenbedingungen zu schaffen, die den Umgang mit geistigem Eigentum im KI-Kontext eindeutig regeln und Urheber besser schützen.
AI Overviews – Wenn eigentlich nur Google profitiert
Mit KI-Antworten und Formaten wie den Google AI Overviews verlieren viele Publisher und Autoren Klicks auf ihre Webseiten und damit oft auch Reichweite, Leserbindung und teils Einnahmen. Die ursprüngliche Quelle liefert also weiterhin die Inhalte, allerdings profitiert davon eigentlich nur Google.
Inhalte komplett „blockieren?“ – Auch keine Option
Gute Blogartikel, Fachbeiträge oder Ratgeber sollen ja gefunden werden. Sie sollen Vertrauen aufbauen, Expertise zeigen und uns im besten Fall qualifizierte Anfragen bringen. Genau darin liegt der Zielkonflikt: Inhalte zu schützen kann auch bedeuten, dass sie an Sichtbarkeit verlieren und unter Umständen nicht mehr wie gewünscht in der Suche auftauchen. Weder in der Google Suche noch in den Antworten von KI-Systemen, die ja wiederum extrem wertvoll sind, um Anfragen zu generieren.
Mit Google-Extended hat Google zwar bereits einen ersten Schritt in Richtung Opt-out für KI-Nutzung eingeführt. Gleichzeitig zeigt die Diskussion, dass vielen Unternehmen und Publishern das noch nicht weit genug geht – vor allem, weil Transparenz, Kontrolle und Verbindlichkeit weiterhin fehlen.
Während hier also noch viel Unklarheit herrscht beleuchten wir näher, was wir in der Zwischenzeit tun können, um unsere Inhalte zu schützen. Hier unterscheiden wir zwischen offen zugänglichen Inhalten und Inhalten, die umfassend geschützt werden sollen.
Offen zugängliche Inhalte
Die sind wie bereits erwähnt vor allem dann sinnvoll, wenn sie Vertrauen aufbauen und Sichtbarkeit erzeugen sollen. Dazu gehören zum Beispiel:
- Blogartikel mit fundiertem Know-how
- Fachbeiträge
- hilfreiche Erklärtexte
- Inhalte zur Positionierung
- klar formulierte Standpunkte zu relevanten Themen
- Case-Studies und Kundenreferenzen
Gerade solche Inhalte sind total wichtig, um Reichweite aufzubauen und unsere Expertise zu belegen. Und genau das wird im KI-Zeitalter immer wichtiger. Anfragen durch KI Systeme sind besonders wertvoll. Denn wenn eine KI uns empfiehlt, dann ist das direkt ein wichtiger Vertrauensvorsprung. Tatsächlich liegt ein riesengroßer Unterschied zwischen der Qualität von rein über die Suchmaschine generierten Leads oder Leads, die über KI Systeme kommen. Das sehe in der Praxis immer wieder. Deswegen spricht man hier auch von der Verschiebung von SEO zu GEO. Also der Optimierung von Inhalten nicht nur für die Suchmaschine sondern auch für u.a. Sprachmodelle wie Chat GPT, Gemini, Claude usw. Hier geht es vor allem und eins, regelmäßigen, hochwertigen und für die Zielgruppe extrem relevanten Content zu erstellen (Siehe dazu meine weiteren Beiträge unter "Aktuelles").
Habe ich dennoch Möglichkeiten zumindest zu verhindern, dass jemand einfach meine Inhalte kopiert?
Wichtig ist vorweg: Einen vollständigen Schutz gibt es aktuell nicht. Wer Inhalte online veröffentlicht, kann nicht zu hundert Prozent verhindern, dass sie kopiert, weiterverarbeitet oder anderweitig genutzt werden. Aber es gibt Maßnahmen, mit denen sich die Hürden erhöhen und die Kontrolle zumindest teilweise zurückholen lässt.
KI-Crawler aktiv ausschließen
Bekannte KI-Crawler lassen sich über die robots.txt zumindest formal aussperren. Dazu gehören zum Beispiel GPTBot oder Google-Extended.
Das ist kein perfekter Schutz. Wer sich nicht daran hält, kann Inhalte trotzdem abrufen. Aber es ist ein klares Signal: Diese Inhalte sind nicht zur freien KI-Nutzung freigegeben.
Kleiner Exkurs: KI-Crawler verstehen: z. B. Google-Extended & GPTBotfhin in der normalen Google-Suche erscheinen.
-GPTBot (OpenAI)
GPTBot ist der Webcrawler von OpenAI, der Inhalte erfasst, um KI-Modelle zu trainieren und zu verbessern.
- sammelt öffentlich zugängliche Inhalte aus dem Web
- kann ebenfalls über die robots.txt ausgeschlossen werden
- ist Teil der Infrastruktur hinter Modellen wie ChatGPT
Auch hier gilt:
Das Blockieren ist ein Signal, aber kein technisch absoluter Schutz. Beide Systeme zeigen, wie sich das Web verändert:
- Inhalte werden nicht mehr nur für Suchmaschinen erfasst
- sondern auch für KI-Modelle verarbeitet und genutzt
Für Website-Betreiber bedeutet das:
Sie müssen zunehmend entscheiden, wer ihre Inhalte nutzen darf – und wofür.
Wie gesagt, hier muss man abwägen, was wichtiger ist, Relevanz und Sichtbarkeit, oder der Schutz der Inhalte.
Meine Faustregel, Inhalte, die ich veröffentliche, dienen in erster Linie dazu, zu informieren und zu helfen. Diese dürfen und sollen sogar von KI-Systemen genutzt werden. Gerade dadurch habe ich schon wertvolle Anfragen generiert. Außerdem freue ich mich einfach, wenn dazu positives Kundenfeedback kommt. Unterlagen wie z. B. meine umfassenden Playbooks mit tiefgreifendem Wissen sowie Workshopunterlagen sind dagegen streng geschützt und in der Regel nur lokal zugänglich.
Nutzungsbedingungen klar formulieren / Eigene Inhalte klar kennzeichnen
Auch wenn es oft unterschätzt wird: Klare rechtliche Hinweise sind sinnvoll. Wer auf seiner Website deutlich formuliert, dass Inhalte nicht automatisiert gescraped oder für KI-Zwecke übernommen werden dürfen, schafft zumindest eine Grundlage. Das verhindert zumindest, dass manche einfach z. B. Artikel wie diese kopieren und einfach in Chat GPT reinkippen, umformulieren lassen und sich besonders schlau vorkommen.
Manche werden das dennoch ignorieren, aber wer wirklich seriös ist, wird das respektieren.
Du kannst (und solltest) also:
- Urhebervermerke setzen
- Nutzungsbedingungen klar formulieren
- explizit auf Trainingsverbote hinweisen
Inhalte so aufbauen, dass sie nicht einfach austauschbar sind
Das ist definitiv mein Lieblingstipp. Authentische bzw. nicht austauschbare Inhalte sind für mich der beste Schutz. Mach also deine Inhalte so, dass sie nicht einfach kopierbar sind, z. B.:
- eigene Daten / Uses-Cases / Referenzen
- persönliche Erfahrungen mit konkreten Praxisbeispielen
- spezifische Perspektiven
- deine eigene Sprache
Und kopiere bitte selber auch nicht oder lasse einfach die KI generieren. Denn KI´s checken ziemlich schnell, ob deine Inhalte originell sind oder nicht. Je origineller, desto besser werden deine Inhalte auch eingestuft. Gerade bei fachlichen Beiträgen ist genau dein eigener Anteil essenziell. KI kann unterstützen, aber sie ersetzt nicht automatisch die geistige Leistung hinter einem wirklich starken Text. Das ist für mich eigentlich die Regel Nummer 1. Es ist natürlich auch die Voraussetzung dafür, dass ihr Urheberverweise setzten könnt.
Also streng dich an, kopiere nicht einfach und kippe es in die KI rein. Prüfe Quellen und schreibe nur über Themen, über die du dich wirklich auskennst.
Inhalte, die eher geschützt werden sollten
Anders sieht natürlich bei Inhalten aus, deren Wert nicht primär in Reichweite liegt, sondern im exklusiven Zugang. Dazu gehören zum Beispiel:
- exklusive Daten oder Auswertungen
- interne Methoden, Frameworks oder Prozesse
- bezahlte Inhalte
- sensible Wissenssammlungen wie Playbooks, Workshopunterlagen, Kursmaterialen
- Inhalte, die direkt monetarisiert werden
Was kann man heute konkret tun?
a) Sensible Inhalte technisch abschirmen
Wenn Inhalte wirklich geschützt werden sollen, helfen nur stärkere Zugangsbeschränkungen. Dazu zählen zum Beispiel:
- Login-Bereiche
- echte Paywalls
- geschlossene Mitgliederbereiche
- interne Dokumentationen außerhalb der öffentlichen Website
Das ist deutlich wirksamer als ein bloßer Hinweis für Bots. Gleichzeitig sinkt damit aber auch die Sichtbarkeit. Genau deshalb sollte man sehr bewusst entscheiden, welche Inhalte diesen Schutz wirklich brauchen.
b) Bot-Zugriffe kontrollieren
Technische Lösungen wie Cloudflare können helfen, automatisiertes Scraping zu erkennen und Zugriffe besser zu steuern. Damit lassen sich zumindest bestimmte Formen des massenhaften Auslesens erschweren. Wir setzen Cloudflare bereits seit längerem für unsere Web- und Softwareprojekte ein (Dazu mehr in meinem nächsten Experten-Talk mit unserem Sicherheitsexperten Andreas).
Persönliche Kritik an der aktuellen Situation:
KI darf ein Werkzeug für Fortschritt sein, aber kein Freifahrtschein, um geistiges Eigentum ungefragt wirtschaftlich auszuschlachten.
Es kann nicht sein, dass sich die großen KI Anbieter einfach an der Arbeit anderer bedienen. Fortschritt, der auf „Datenklau“ basiert, ist am Ende auch kein echter Fortschritt. Und schadet er nicht eigentlich mehr, als dass er der Menschheit hilft?
Hinter jedem Text, jedem Foto und jeder Recherche stecken Zeit, Know-how und echtes Herzblut. Das einfach als „Trainingsmaterial“ abzustempeln, entwertet die menschliche Arbeit. Dazu kommt, dass KI die Arbeitswelt massiv verändern wird. Dass diese Systeme nun ausgerechnet mit den Inhalten der Leute gefüttert werden, deren Jobs sie bedrohen, ist schon fast zynisch. Für mich braucht es deshalb klare Regelungen und Grenzen: mehr Transparenz, faire Wahlmöglichkeiten und einen wirksamen Schutz für geistiges Eigentum.
Quellen:
https://developers.openai.com/api/docs/bots
https://developers.google.com/crawling/docs/crawlers-fetchers/google-common-crawlers?hl=de
https://www.cloudflare.com/the-net/building-cyber-resilience/regain-control-ai-crawlers
https://blog.google/company-news/inside-google/around-the-globe/google-europe/cma-response
Transparenzhinweis KI: KI unterstützt mich bei der Erstellung der KI Snacks. Die Inhalte basieren aber auf belastbaren Quellen, meinen Erfahrungen aus realen Projekten und auf Fragen, die mir Kunden zu bestimmten Themen immer wieder stellen. Am Ende steckt in jedem Beitrag ein hoher Eigenanteil.
Zur besseren Lesbarkeit verzichten wir im Text auf gendergerechte Formulierungen – gemeint sind natürlich immer alle.
Die Inhalte dieser Website dienen der Information und dürfen gelesen sowie verlinkt werden. Nicht gestattet ist es, Inhalte ganz oder in wesentlichen Teilen ohne Zustimmung zu kopieren, in KI-Systeme einzugeben, automatisiert weiterzuverarbeiten oder als Grundlage für eigene Inhalte zu verwenden.